Wehrmedizinische Monatsschrift

IN MEMORIAM

Generalarzt a.D. Dr. Hartmut Zacher

Am 11. Dezember 2021 verstarb Generalarzt a. D. Dr. Hartmut Zacher, ehemaliger Generalarzt der Luftwaffe, im Alter von 87 Jahren.

Hartmut Zacher wurde am 29. März 1934 in Militsch, Schlesien geboren. Er flüchtete mit seiner Familie nach Kierspe im Sauerland, wo er bis zum Abitur die Schule besuchte. Sein Medizinstudium absolvierte er an der Philipps-Universität in Marburg und an der Medizinischen Fakultät in Erlangen. Als Medizinalassistent war er in Hersbruck, Neustadt/Waldnaab sowie Saarbrücken tätig. Er durchlief eine Weiterbildung zum Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe in Bad Harzburg und wirkte nach Abschluss der Weiterbildung ab 1968 dort als Oberarzt.

Im Jahr 1970 trat Hartmut Zacher als Sanitätsoffizier in die Luftwaffe ein. Er wurde zum Fliegerarzt ausgebildet und war jeweils kurzzeitig als Fliegerarzt in Penzing und Leipheim eingesetzt, bevor er als Staffelchef die Führung der Luftwaffensanitätsstaffel des Jagdbombergeschwaders 32 in Lechfeld übernahm.

Mittlerweile im Dienstgrad Oberfeldarzt verschlug es ihn 1975 mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern für sechs Monate nach San Antonio in Texas, wo er am Advanced Course in Aerospace Medicine for International Medical Officers der US-Air Force teilnahm. Er wurde Ehrenmitglied der Association of the Military Surgeons of the United States und erhielt die US Air Force Chief Flight Surgeons Wing. In dieser Zeit geknüpfte internationale Kontakte hatten noch lange über seine Dienstzeit hinaus Bestand.

Nach Rückkehr aus den USA führte er zunächst bis 1978 die Luftwaffensanitätsstaffel in Jever, um danach bis 1980 als Fliegerarzt der Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung in Köln-Wahn noch einmal praktische fliegerärztliche Erfahrung zu sammeln. Die mit der Beförderung zum Oberstarzt verbundene Leitung der Abteilung Flugmedizin beim Generalarzt der Luftwaffe in Lohmar-Heide schloss sich an diese Verwendung an. Von hier wechselte er 1982 in die Funktion des Stellvertreters des Generalarztes der Luftwaffe und Chef des Stabes, die er bis 1986 innehatte.

Von April 1986 bis September 1990 war Dr. Zacher als Wehrbereichsarzt III und Kommandeur des Sanitätsregiments 73 in Düsseldorf eingesetzt. Er kehrte am 1.¬†Oktober 1990 in die Luftwaffe zurück, um in seiner letzten Verwendung als Generalarzt der Luftwaffe bis zu seiner Pensionierung am 31. März 1994 die Verantwortung für die militärische Flugmedizin in Deutschland zu tragen. Mit der damals unter seiner Führung erfolgten Integration des Flugmedizinischen Instituts der Nationalen Volksarmee in Königsbrück mit Humanzentrifuge und Höhenklimasimulationskammer in die Luftwaffe wurde der Grundstein für das heutige Flugphysiologische Trainingszentrum gelegt.

Generalarzt a. D. Dr. Hartmut Zacher war passionierter Fliegerarzt mit mehr als 680 Mitflugstunden, der das ¬≠Tätigkeitsabzeichen für Fliegerärzte in Gold mit Stolz trug und sich auch zivil für sein Fachgebiet engagierte, z. B. als Vorstandsratsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrtmedizin. Er war verheiratet, Vater von zwei Kindern und Großvater einer großen Enkelschar. In den letzten Jahren lebte er zurückgezogen im Kreise seiner Familie.

Mit Generalarzt a. D. Dr. Hartmut Zacher haben wir einen engagierten Sanitätsoffizier, Fliegerarzt, Kollegen und Kameraden verloren.

Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Generalarzt Dr. Bernhard Groß
Generalarzt der Luftwaffe